Rechtsanwalt in Köln und Düsseldorf

Transport- und Speditionsversicherung

Die Speditionsversicherung ist der Oberbegriff für die Bereiche Haftungsversicherung und Transportversicherung (gesetzlich geregelt ab §§ 113 bzw. §§ 140 VVG).

Haftungsversicherung - Versicherungsrecht Köln

Diese Versicherung sichert den Spediteur gegenüber Forderungen aus Schäden im Rahmen der Haftungshöchstgrenzen nach ADSp beziehungsweise HGB ab. Der Spediteur ist gesetzlich verpflichtet zum Abschluss dieser Versicherung. Zum Abschluss einer Haftungsversicherung muss beim Versicherer eine Betriebsbeschreibung hinterlegt werden, in der alle Tätigkeiten des Spediteurs aufgeführt werden. Entsprechend der Risikobewertung legt die Versicherung daraufhin die Prämie fest. In die Prämie ist eine Vorsorgeversicherung einbezogen, die Tätigkeiten mit abdeckt, die nicht in der Betriebsbeschreibung stehen. Diese neuen Tätigkeiten müssen der Versicherung allerdings nach spätestens einem Monat als neues Risiko angezeigt werden und nach spätestens 2 Monaten muss eine neue Prämie ausgehandelt wurden sein. Für die Haftungsversicherung besteht ein Jahresaggregat / Jahresmaximum, ein Maximalwert bis zu dem Leistungen gezahlt werden und eine Selbstbeteiligung (üblich 15%, minimal 150 €, maximal 2500 €).

Folgende Obliegenheiten hat der Spediteur zu beachten, wenn er seine Rechte aus dem Vertrag nicht verlieren will:

Vor dem Schaden:

  • Auswahl der Frachtführer
  • technischer Zustand Fahrzeuge
  • Schnittstellenkontrolle

Nach dem Schaden:

  • Informieren von Versicherung, evtl. Polizei
  • Minderung des Schadens
  • Rechtansprüche wahren
  • Reklamationspflichten beachten

Hinweis: Erhöht sich die Schadensquote außerordentlich, kann die Versicherung einen Zuschlag verlangen.
Schadensquote = (Schadensersatzleistungen × 100) ÷ Prämienleistungen

Versicherungsrecht - Transportversicherung

Diese Versicherung sichert dem Kunden Schadensersatz in Höhe des Warenwertes zu falls dieser sie beim Spediteur eingedeckt hat. Bei Schäden wird dann der Teil der in den Haftungshöchstgrenzen nach ADSp bzw. HGB liegt von der Haftungsversicherung des Spediteurs getragen und die Deckungslücke (Differenz zwischen Warenwert und Höchsthaftung) wird von der Transportversicherung gedeckt. Zusatzleistungen wie der Ersatz von Güterfolgeschäden können in der Transportversicherung gegen erhöhte Prämie mit abgedeckt werden. Die Transportversicherung ist – im Gegensatz zu der oben erwähnten Haftungsversicherung - keine Pflichtversicherung; somit kann der Spediteur frei entscheiden, ob er eine Transportversicherung abschließt. Das ist dann aber im Normalfall eine Entweder-oder Regelung, d.h. entweder deckt der Spediteur für alle Sendungen oder für keine ein.